Preikestolen | Der Frühe Vogel bekommt den Blick

Der Preikestolen am Morgen

Ist man im Urlaub, heißt das für die meisten: lange Schlafen. Davon habe ich vor vielen Jahren bereits Abstand genommen. Warum es sich lohnt, früh zeitig aufzustehen, und das auch im Urlaub, zeigte sich in diesem Jahr wieder einmal. Wie bereist angekündigt war ich in Schweden und Norwegen unterwegs. Ganze fünfeinhalb Wochen passen nicht in nur einen Beitrag, so werde ich natürlich nur die Highlights herauspicken. Hier ist schon mal eines davon:

Ein wichtiger Stopp in Norwegen ist der [highlight]Preikestolen[/highlight]. Im Internet habe ich bereits Bilder gesehen, wie steil das Stückchen Felsen ist und welchen Blick man von dort oben hat. Ebenfalls gesehen habe ich Menschen, die sich an einem normalen Tag (vermutlich in der Ferienzeit und nicht gerade im Winter) dort oben tümmeln. Darum war der Plan auch diesmal, zeitig aufstehen und möglichst früh auf dem Preikestolen zu sein.

Die Wanderung zum wohl Beliebtesten Aussichtspunkt

Die Wanderung zum Preikestolen ist mit 2,5 Stunden recht kurz, der Weg ist leicht in dieser Zeit zu schaffen. Vom Parkplatz, der leider erst 6 Uhr öffnet, geht es dann [highlight]gegen 7 Uhr[/highlight] auf einem gut markierten Weg los. Der Weg ist teilweise wirklich [highlight]sehr gut ausgebaut[/highlight]. Hier hat man wohl nachgebessert und ordentlich Steine ausgelegt. Erste Aussichtsplatformen erreicht man schnell und die machen schon mal Freude auf das Ziel. Viermal auf dem Weg geben Schilder einen Hinweis, wo man sich befindet und was noch auf einen zukommt. Am Morgen ist es noch kalt und ich muss meine Jacke anziehen. Es gibt auch noch einen leichten Bodennebel. Über Planken geht es über einen Sumpf und weiter einen steinerne Treppe hinauf. Oben angekommen, ist dann die Jacke auch überflüssig, denn ich kann nun auf der Sonnenseite laufen. Man sieht den Lysefjörd schon, muss aber noch ein ganzes Stück gehen.

An den zwei Seen sehe ich dann zum ersten mal andere Wanderer. Die haben dort gezeltet und trocknen gerade ihr Zelt. Insgeheim denke ich mir: „Mist, doch nicht der Erste“, aber damit habe ich irgendwie sowieso nicht gerechnet. Auf einem Felsplateau gabelt sich der Weg und man kann sich zwischen dem [highlight]„Hill-Way“ oder dem „Cliff-Way“[/highlight] entscheiden. Natürlich habe ich den „Cliff-Way“ genommen, mal ehrlich, klingt auch viel besser. Man läuft an der Seite des Berges vorbei und das erste mal kommt man auch an eine Art Geländer. An der dünnsten Stelle, gerade einmal zwei Schultern breit, ist tatsächlich eine Sicherung eingebaut. Kein Wunder, bei den Massen, die hier ständig hoch und runter gehen. Aber von den Massen habe ich glücklicherweise noch nichts gesehen. Nach einem letzten kleinen Anstieg auf dem Fels sieht man dann auch den Preikestolen in seiner ganzen Pracht direkt vor einem auftauchen.

Rechts der Fels und links der Abgrund zum Lysefjord. Ein paar andere Frühaufsteher sind bereits da, vermutlich haben einige dort übernachtet, um die besten Fotos zu bekommen und das ist auch das erste, was erledigt wird. [highlight]Punkt 8:40 Uhr betrete ich dann endlich den Preikestolen[/highlight]. Also deutlich unterhalb der 2,5 veranschlagten Stunden.

Auf dem Preikestolen

Von aussen betrachtet sieht der Preikestolen [highlight]gigantisch[/highlight] aus und auch die Aussicht ist von vielen Punkten [highlight]einzigartig[/highlight]. Der Lysefjord zeigt sich in seiner ganzen Schönheit und die Sonne schmeichelt ihm dabei. Ab und zu kann man eine kleine Fähre vorbeifahren sehen. Steht man allerdings direkt auf dem Fels, ist es eher „normal“. Klar, die Aussicht ist noch [highlight]phänomenal[/highlight], aber sonst sieht es eher aus wie ein „gewöhnlicher“  Fels. Schaut man dann aber an den Abgrund mal nach unten, sieht man schnell, worauf man sich befindet. Hier kostet es dann auch schon etwas Überwindung, sich einmal an die Kante zu setzen.

Etwas oberhalb von der „bekannten Kante“, nach einer kleinen Kletteraktion, gibt es ein kleines, mitgebrachtes Frühstück, das vor dieser Kulisse doppelt so gut schmeckt. Und hier kann man auch am besten das Treiben auf dem Felsen beobachten. So früh sind zum Glück noch nicht viele Leute da. Ein paar Jungs, die mit waghalsigen Sprüngen direkt an der Kante ein paar Fotos machen, einige sitzen auch nur so herum und genießen die Aussicht. Weiter beobachtet: Ein Japaner, der direkt an der Kante turnt und im späteren Verlauf sein Freundin auf den Arm nimmt, oder drei Quadrokopter Piloten, die nach einem fünf Sekunden Flug aufgeben müssen (Grund: das fliegende Gestell ist gegen die Felswand geknallt).

Auf dem Weg zurück geht es über den [highlight]miserablen „Hill-Way“[/highlight]. Und siehe da, es gibt sie doch, die Menschenmassen. Sie alle haben das eine Ziel und an allen muss ich vorbei. Gezählt habe ich sie nicht, aber es werden sicherlich um die 500 gewesen sein. Und dabei hat der Tag erst begonnen. [highlight]Gegen 11:45 Uhr bin ich dann wieder am Parkplatz[/highlight]. Hier werden bei der [highlight]Ausfahrt 100 NOK fällig[/highlight], egal, wie lange man steht. Dafür gibt es aber auch neben den üblichen Souveniershops und dem Restaurant eine sehr [highlight]gute Sanitätanlage[/highlight], einen [highlight]Trinkwasser-Anschluss[/highlight] und [highlight]kostenfreies WLAN[/highlight].

Die Wichtigsten Daten im Überblick:

Beginn der Tour: 7:00 Uhr

Ende der Tour: 11:45 Uhr

Erreichen des Preikestolen: 8:40 Uhr

Dauer: ca. 4,75 Stunden (mit ausreichend Pause am Aussichtspunkt)

Länge: 8,9 km Hin und zurück

Anstieg und Abstieg: ca. 600hm

[highlight]Übernachtet[/highlight] habe ich natürlich mit dem Zelt auf dem Preikestolen Campingplatz, der nur wenige Kilometer entfernt ist. Ein sehr großer Campingplatz mit kostenfreiem WLAN, viel Platz, wenigen Duschen, guten Sanitäranlagen und einer kostengünstigen Busverbindung zum Preikestolen Parkplatz.

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2 Antworten

  1. Stephan sagt:

    Da werden Erinnerungen wach. Ich war vor zwei Jahren dort. So ein toller Ort. Damals bin ich so gegen halb 8 unterwegs und war ganz froh das ich runter gegangen bin bevor der Ansturm kam. Etwas Nervig waren die wirklich ständigen nachfragen, wie weit es noch ist, auf dem Rückweg.

    • Waren bei dir auch schon die Steine gelegt, ich habe von manchen gehört das das erst neu sein soll?
      Ja das stimmt ständig das „Hej“ und dann oftmals auch mit starkem deutschem Akzent 🙂 Zum Glück hat sich das nachgefrage in grenzen gehalten, ich bin vielleicht auch zu schnell vorbeigelaufen 😉

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