Schwedenstory | 12 Stunden Arlanda-Airport

Früh am Morgen in Arlanda

Zu meiner Trekking-Tour im Sommer 2013 habe ich fast die komplette Anreise mit dem Flugzeug bewältigt. Das hat einige angenehme und unangenehme bzw. interessante Folgen. Angenehm ist natürlich der Zeitvorteil, der komfortable Gepäcktransport, die Snacks sowie die Verköstigung im Flugzeug und nicht zuletzt muss ich durch die Restriktionen der Airline bezüglich des Gepäckes umso mehr aufpassen, was und wie viel ich mitnehme. Unangenehm sind gewisse Wartezeiten, die sich, möchte man günstig fliegen, nicht vermeiden lassen. So trug es sich zu, dass ich einen zwölfstündigen Aufenthalt am Flughafen Arlanda, Stockholm, hatte. Nicht etwa tagsüber, sondern eine Nacht lang.

Was kann man die ganze Zeit dort machen, mitten in der Nacht? Naja, viel ist dort nicht los. Man kann einkaufen, Sicherheitshinweise lesen, umherlaufen, Kunstobjekte betrachten, Menschen beobachten, lange Rolltreppen hoch und runter fahren und natürlich die Toiletten miteinander vergleichen (die Schönsten gibt es im Terminal 5!). Ein internationaler Flughafen wie Arlanda wäre kein internationaler Flughafen, gäbe es nicht die typischen Flughafenhotels. Die gab es, doch die Preise lassen schnell nach Alternativen suchen, besonders wenn man eigentlich kein Geld ausgeben will. Ich habe ein sogenanntes „Rest&Fly“ direkt im Flughafen gefunden. Für gute 695 Kronen bekomme ich für 10 Stunden ein kleines Zimmerchen. Als ich mich endlich entschloss zu fragen, gab es kein freies Zimmer mehr. Was mache ich nun? Ich verbringe die Nacht also auf dem Flughafen. Ich will an dieser Stelle nicht leugnen, dass ich das schon immer mal machen wollte. Und ich will auch nicht leugnen, dass ich Flughäfen nicht mag.

Sehr praktisch sind die Gepäckwagen, so muss ich meinen schweren Rucksack nicht die ganze Zeit umhertragen. Es ist schon spät und nur ein kleiner Konsum (ICA) hat noch offen. Ich kaufe Wasser, etwas Süßes und Obst. Das sollte für die eine Nacht reichen. Bevor ich mir einen Schlafplatz suche, schaue ich mich natürlich intensiv am Flughafen um. Ich habe so gut wie alle Sicherheitshinweise gelesen, alle Kunstobjekte angeschaut, Menschen beobachtet und bin die langen Rolltreppen (die zum Arlanda Express führen) hoch und runter gefahren. Auf den schönen Toiletten im Terminal 5 habe ich mich gewaschen und mir die Zähne geputzt.

Als ersten Schlafplatz habe ich mir einen Spielplatz im Freien ausgesucht, dort war es leider laut, da ständig irgendwelche Busse vorbeifuhren. So bin ich Richtung Terminal 3 gegangen. Ein kleines Terminal, von dem am Morgen mein Inlandsflug abgehen sollte. Es war menschenleer. Ich habe auf einer Bank in einem langen Gang geschlafen. Ich hatte rechts und links Panoramafenster mit Blick auf Flughafen und Rollfeld. Es war eine gute Nacht (mal abgesehen davon, dass gegen 1 Uhr einige Maschinen am Terminal 3 gewartet werden…). Am Morgen bin ich gegen 7 Uhr aufgewacht. Begrüßt wurde ich schon von Flugbegleitern, Kapitänen und dem Flughafen Personal. Es störte niemanden, dass ich dort in meinem Schlafsack gelegen habe.

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1 Antwort

  1. Ich glaube, ich könnte im Flughafen nie schlafen, weil ich immer so paranoid wäre und Angst hätte, dass mir nachts jemand mein Gepäck klaut. Oder ich müsste dann irgendwie auf dem Gepäck schlafen. Ob das so bequem ist? Wäre auf jeden Fall einen Versuch wert 🙂

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