Test | Garmin eTrex 30 GPS Navigation am Fahrrad

Wenn man öfters draußen unterwegs ist, kann man sich schnell verlaufen oder verfahren. Auf meinen diversen Outdoor-Aktivitäten hatte ich bisher immer das Garmin eTrex10 dabei. Nachteil war stets die fehlende Kartendarstellung. Alle wichtigen Punkte musste ich zu Hause am Mac via BaseCamp erst auf das GPS-Gerät laden. Für das Aufzeichnen und die Luftliniennavigation hat das bis jetzt auch immer gereicht. Aber meine Ansprüche sind gewachsen und auch meine Outdoor-Aktivitäten. So bin ich nun häufiger auf dem Fahrrad unterwegs, im nächsten Jahr ist auch etwas Größeres geplant. Da war ich war auf der Suche nach einem GPS Gerät für das Fahrrad. Schnell landete ich bei den sehr teueren Geräten der Edge-Serie von Garmin. Hier kommt das Garmin eTrex 30 ins Spiel, als der große Bruder vom eTrex 10. Das eTrex 30 ist das Top-Produkt der eTrex Serie von Garmin und zudem noch klein, leicht und handlich wie das 10er. Zudem lässt es sich eben für sehr viele verschiedene Sportarten und Outdooraktivitäten einsetzten. Das GPS-Gerät hat mir freundlicherweise der Bergzeit.de Shop für einen Test zur Verfügung gestellt.

Technische Grunddaten

  • Gewicht: 128g (inkl. 2x AA Batterien und MicroSD Karte)
  • Abmessung: 5,4 x 10,3 x 3,3 cm
  • Anzeige: 176 x 220 Pixel bei 3,5 x 4,4 cm und 5,6 cm Diagonal
  • Batterien: 2x AA (meine Empfehlung Lithium Ionen Batterien)
  • Wasserdicht: Ja (IPX7), bei Regen problemlos verwendbar
  • Schnittstelle: USB, drahtlose Übertragung von Gerät zu Gerät möglich
  • Karten: vorinstallierte Basiskarte, OSM Karten kompatibel, Spezial Karten
  • Speicher: 1,7 GB intern, bis zu 8 GB MicroSD(HC) Karten erweiterbar
  • Wegpunkte: 2000 speicherbar
  • Tracks: 200 speicherbar, bis zu 10’000 Punkten
  • Routen: 200 speicherbar
  • automatische Routenführung
  • Elektronischer Kompass mit 3 Achsen
  • Barometrischer Höhenmesser
  • diverse Programme zum Geocaching, Angeln, Jagen, Marine-Anwendungen, Bildbetrachter, Profilverwaltung, Kalender, Wecker, Mond- und Sonnenzeiten und POI

Kartenfunktion

Bei meinem Garmin eTrex 30 gab es das Paket Topo Deuschland Light mit dazu. Ich konnte mir nach der Registrierung bei Garmin eine deutsche Region auswählen. Ich habe natürlich meine Heimatregion (Sachsen) ausgewählt, die auch noch das angrenzende Thüringen mit umfasst. Die Installation war spielend leicht, ich musste lediglich das GPS Gerät mit dem Computer Verbindung und auf der Garmin Seite ein kleines Tool herunterladen. Danach wurde die Karte direkt auf dem Gerät gespeichert. Nun bietet das Garmin eTrex 30 nur einen kleinen internen Speicher, aber zusätzlich einen Micro SD Kartensteckplatz im Inneren des Gerätes. Auf die bis zu 8 GB großen Micro-SD Karten kann man zusätzliche Karten, wenn man will von ganz Europa oder der Welt, laden. Im Internet findet man häufig auf OSM basierende Projekte, die spezielle Karten für zum Beispiel Radfahrer oder Wanderer anbieten. Die Karten lassen sich dann runterladen, auf der Micro-SD Karte speichern und im Einstellungsmenü des eTrex 30 kann man dann eine installierte Karte einfach auswählen.

Die Karte kann man auf dem Display gut sehen und auch die Zoomfunktion über die beiden gummierten Knöpfe am Rand  des GPS Gerätes funktioniert gut und schnell. Will man sich jedoch auf der Karte ein wenig umsehen, wie man das vielleicht von Papierkarten gewohnt ist, dann muss man mit kleinen Wartezeiten rechnen. Die Karte lädt, wenn sie groß und mit vielen Infos sowie Details bepackt ist, nur sehr langsam und ein richtiges umsehen oder planen einer Route ist schwierig. Da hilft auch nicht eine noch so schnell Micro-SD Karte wie ich sie verwende.

Wenn man jedoch mit dem Fahrrad fährt, lädt die Karte ausreichend schnell, so dass man sich nicht irgendwann einmal in der Grauzone wiederfindet. Mit dem 4-Wege Joystick auf der Oberseite des eTrex 30 kann man zudem leicht Punkte auswählen oder in der Karte manövrieren.

Routing Funktion

Auf dem eTrex 30 kann man sich auch zu einem Ziel führen lassen, auf Straßen, Autobahnen und Feldwegen. Das Routing funktioniert natürlich nur in Verbindung mit geeignetem Kartenmaterial, welches Straßen und Wege eingezeichnet hat. Als Zielpunkt kann man einen vorher angelegten Wegpunkt, einen Punkt auf der Karte, eine Adresse, einen Point of Interest, Koordinaten, Kreuzungen, Städte, Einkaufsmöglichkeiten etc auswählen und eingeben. Der Punkt, zu dem navigiert werden soll, wird auf der Karte mitsamt der Entfernung angezeigt. Bei Bestätigung startet die Navigation sofort.

Während der Navigation bekommt man Hinweise zu Straßennamen und Richtungen, in die man fahren bzw. laufen soll. Zudem geht die Beleuchtung des GPS Gerätes an, wenn man vor einer Abbiegung steht. Zusätzlich kann man sich auch noch einen akustischen Indikator einstellen (über 10 verschiedene Töne stehen zur Auswahl). Weicht man von der vorgeschriebenen Route ab, so berechnet das eTrex 30 gleich eine neue Route. Alles ist natürlich Einstellungssache und so kann man in den Einstellungen des Gerätes eine Vielzahl von Möglichkeiten konfigurieren wie das Gerät reagieren oder welche Straßen es benutzen soll.

Auf dem Fahhrrad und zu Fuß

Das Garmin eTrex 30 kommt bei mir vorranging auf dem Fahrrad zum Einsatz (und beim Trekking). Dafür hat Garmin auch eine Befestigungsmöglichkeit für das Fahrrad entwickelt, die sehr praktisch ist und zudem kaum am Fahrrad auffällt. Diese muss allerdings zusätzlich gekauft werden und kostet um die 12 Euro.

Das eTrex 30 bietet verschiedene Anzeigemodi. So lasse ich mir auf dem Fahrrad zum Beispiel anzeigen, wie schnell ich fahre, wie viele Kilometer ich schon gefahren bin, die Durchschnittsgeschwindigkeit, Zeit und noch einige andere Dinge. Hier kann man auch z.B. einen Wert vergrößert darstellen, damit er besser ablesbar ist. Während einer Wander- oder Trekking-Tour lasse ich mir aber Karte und Entfernungen anzeigen. Sehr nett ist auch die Funktion sich den exakten Zeitpunkt des Sonnenauf- und Sonnenuntergang anzeigen zu lassen.

Ein extra Höhenprofil lässt sich an die Anzeige anpassen und gibt Auskunft über die zurückgelegten Höhenunterschiede. Wenn man exakte Wert bekommen will, sollte man das Gerät vor jeder Tour oder Aktivität kalibrieren. Ich habe das aber nur einmal am Anfang gemacht und bin mit den ermittelten Werten sehr zufrieden, da sie sich mit Vergleichswerten aus Onlinekartendiensten decken.

Tracks & Wegpunkte

Die Trackaufzeichnung beginnt mit dem Start des Garmin eTrex 30. Das führt dazu, dass ich vor jedem Start den aktuellen Track lösche und somit auch keine falschen Werte bekomme. Tracks lassen sich zudem einzeln komplett oder in Abschnitten abspeichern und am Ende sogar archivieren, so dass man nicht unendlich viele Tracks in der Übersicht sieht. Das Benennen der Tracks ist auch leicht, da man mit dem Joystick über eine digitale Tastatur navigieren kann. Ich benenne die Tracks aber erst zu Hause, wenn ich das Gerät mit BaseCamp synchronisiere. Gut und praktisch ist zudem die Möglichkeit, den Tracks verschiedene Farben zu geben und sie in der Kartendarstellung anzuzeigen.

Wegpunkte sind besonders praktisch, wenn man sich wichtige Orte markieren möchte oder merken will. Mit über 2000 speicherbaren Wegpunkten ist man bestens gerüstet. Ich markiere während der Planung immer geeignete Zeltplätze, wichtige Transportmöglichkeiten und Einkaufsmöglichkeiten. Auf Tour kann man dann die Wegpunkte ansteuern und die Entfernung wird auch angezeigt. Genauso kann man wichtige Orte, Sehenswürdigkeiten oder Brücken (in Lappland sehr hilfreich) markieren. Seine eigenen POI sozusagen.

Barometer

Das Garmin eTrex 30 ist das einzige der eTrex Serie mit Höhenmesser und Barometer an Bord. Anhand des barometrischen Drucks errechnet das eTrex 30 automatisch die Höhe, in der man sich befindet. Zuerst sollte man es jedoch genau kalibrieren. Hierzu benötigt man entweder seine aktuelle genaue Höhe oder den aktuellen genauen Druck. Einmal konfiguriert sollte es eigentlich funktionieren. Theoretisch kann man mit den barometrischen Daten und einigem Wissen auch kleine Wettervorhersagen treffen.

Kompass | Kalender | Wecker | Stoppuhr

Mittlerweile sind diese Funktionen schon fast Standart, nicht nur auf Smartphones. Der Kompass ist ein „richtiger“ Kompass, der nicht nur anhand GPS-Daten und der Bewegung die Himmelsrichtung bestimmen kann, sondern auch im Stand. Das heißt, man steht still und dreht sich mit dem GPS-Gerät und es zeigt immer korrekt die Himmelsrichtung an. Muss allerdings immer kalibriert werden wenn die Batterien entfernt wurden. Ich habe das mit dem iPhone und einer Karte überprüft. Schließlich unterscheidet sich das Garmin eTrex 30 in punkto Kompass und Barometer von seinen Vorgängermodellen.

Der Wecker ist ganz praktisch. So kann man eine Zeit einstellen, in der sich das Gerät automatisch anschaltet und einen eher schrillen, leisen Ton von sich gibt. Wach wird man bestimmt mit der Zeit, aber darauf verlassen würde ich mich nicht. Im Kalender werden zudem die Tage markiert, an dem ein Track aufgezeichnet worden ist. So kann man leicht sein Tourentagebuch updaten oder eine Reise nachvollziehen.

Geocaching | Bildbetrachter | Flächenberechnung | Peilen

Den Benutzer des Garmin eTrex 30 soll noch mehr Funktionen erfreuen. So gibt es eine Geocaching-Funktion, bei der ein papierloses Geocachen möglich ist. Die Cachs lassen sich im Internet auf diversen Seiten einfach direkt auf das Gerät laden. Hat man jetzt noch Fotos zum Cach, dann bietet das eTrex 30 auch eine Lösung. Ein Bildbetrachter ermöglicht das anschauen von Bilder. Die Beispielbilder auf dem Gerät zeigen verschiedene Niederlassungen von Garmin, die Fotoqualität ist natürlich abhängig vom Display. Fotos kann man mit dem Gerät keine machen. Und wenn es hart auf hart kommt, dann kann man mit dem Gerät sogar Flächen berechnen und auch das anpeilen von Koordinaten ist möglich.

Jagen und Angeln | Mann über Bord | Drahtlose Übertragung und Anbindung

Damit noch nicht genug. Wie schon erwähnt ist das Garmin eTrex 30 für die verschiedensten Aktivitäten gedacht und konzipiert. So finden sich auch Hinweise zu den besten Angel- und Jagdzeiten sowie eigene Funktionen für die Marinenavigation, also für Besitzer eines Bootes. Zudem lässt sich das Gerät noch mit Zubehör benutzen, die über eine drahtlosen Verbindung verfügen. Zum Beispiel gibt es Trittfrequenzmodule, die das GPS Gerät anzeigen kann. Auch lassen sich Tracks auf andere Garmin Geräte drahtlos übertragen.

Fazit

Das Garmin eTrex 30 ist ein multifunktionales GPS-Gerät, das den Gebrauch von anderen Geräten auf Tour mehr und mehr überflüssig macht. Ich bin ein großer Fan der Kartendarstellung, man hat das Gefühl, dass man sich auf der ganzen Welt mit dem eTrex 30 zurecht finden würde. Sei es das nächste Krankenhaus finden oder einen Bäcker. Vorraussetzung sind immer gute Karten und da lassen sich beim eTrex 30 sehr gut die OSM Karten nutzen.

Die Software kann man seinen Bedürfnissen anpassen und sie bietet eine menge Möglichkeiten für verschiedene Aktivitäten. Sicherlich habe ich in einem Jahr noch nicht alle ausprobiert. Übrigens unterstützt das Gerät nicht nur das Amerikanische (GPS) und Russische (GLONASS) Satellitensystem sondern auch das kommende System der Europäer (GALILEO).

Das Gerät gibt es aktuell für 219 € (12% Rabatt) bei Bergzeit.de 

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3 Antworten

  1. Christian sagt:

    Hallo,

    kann Dir nur völlig zustimmen. Bin selbst ein begeisterter Nutzer der Garmin Produkte und hab vor kurzem auch in meinem Blog http://www.sportprediger.de/sportausruestung/garmin-gps-navigation/ darüber geschrieben und meine Erfahrungen geschildert. Am Ende ist es aber immer eine Frage des Preises und der individuellen Funktionen, welches Gerät den eigenen Bedürfnissen gerecht wird.
    Die Garmin Produkte liegen aber meiner Meinung nach weit vorne.

    Gruß,
    Christian

  1. 04/01/2015

    […] es gibt sogar kleine Schneeverwehungen, richtig winterlich also. Für den Rückweg habe ich auf  meinem GPS einen kürzeren Weg gefunden. Dieser wurde noch an diesem Tag noch nicht beschritten und so dauerte […]

  2. 25/05/2015

    […] immer noch hungriges iPhone gefüttert werden. Aber auch die Fahrradlampen, die Kamera und zur Not das GPS kann damit geladen werden. Die Merino Jacke liegt wieder für den schnellen Zugriff oben […]

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