Klettern | Von Ehrwald zum Dach Deutschlands | Die Zugspitze via Klettersteig

Das Zugspitzmassiv

Es ist so weit. Nachdem ich verfrüht aus Schweden zurückgekommen bin, ist noch genügend freie Zeit übrig welche sinnvoll eingesetzt werden will. Anfang des Jahres hatte ich bereits die Idee gehabt die Zugspitze, den höchsten Berg Deutschlands, einmal zu besteigen. Die Idee ist nicht untergegangen und nun hatte ich die Zeit sie endlich zu verwirklichen. Die GPS-Daten gibt es am Ende vom Beitrag!

Die Zugspitzbesteigung

Dienstag früh ging es gegen 6 Uhr in Leipzig los. Mein erstes Ziel war nicht die Zugspitze, sondern der Bergzeit Shop in Holzkirchen. Dort habe ich mir noch die entsprechende Klettersteigausrüstung besorgt, die, laut Bergführer, auf meiner Route zum Gipfel nötig sein wird. Ich habe mir die kurze Route von Ehrwald ausgesucht. Von der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn geht es hinauf zur Wiener-Neustätter-Hütte und dann über den Klettersteig „Stopselzieher“ weiter bis zum Gipfel. Ich will früh aufbrechen das heißt also das ich eine Nacht im Auto schlafen werde. Wer den Citroen C3 Pluriel kennt der kann sich vorstellen, wie die Nacht im Auto aussehen mag. Gegen 15 Uhr bin ich am Parkplatz in Ehrwald angekommen und habe erst einmal meine Ausrüstung sortiert und meinen Rucksack für den nächsten Tag gepackt.

3:45 Uhr klingelt auch schon der Wecker und nach der „erholsamen“ Nacht im Auto geht es in völliger Dunkelheit gegen 4 Uhr endlich los. Knapp 8 Kilometer und 2300 Höhenmeter liegen vor mir und ich muss feststellen das ich nicht der Einzige bin der um diese Zeit aufbricht. (Grüße an dieser Stelle an Thomas aus Dresden). Nach einem kurzen Stück auf einer Straße biege ich auf eine Wiese ab die leicht steil bergauf geht. Am oberen Ende der Wiese tut sich ein Steinfeld auf, welches vermutlich durch ein Erdrutsch entstanden ist. Ab hier ist der Weg deutlich sichtbar durch rote Markierungen kenntlich gemacht, welche ich wunderbar im Schein meiner superhellen Led Lenser H7 immer wieder erkennen kann. Im Zickzack geht es immer weiter und die Baumgrenze habe ich zum Glück schon hinter mir gelassen. Erstmals ist eine freie Sicht auf das Tal, aus welchem ich komme, sichtbar. Ehrwald und Leermoos schlafen noch doch die Morgendämmerung kündigt sich schon an. Meine erste große Rast mache ich am verlassenen Komplex der Bergwacht. Es ist schon so hell das ich ein Licht nicht mehr brauche. Von dort ist es nur noch ein kleines Stück bis zum Grat. Immer wieder sieht man Spuren der alten Tiroler Zugspitzbahn wie zum Beispiel die Fundamente der demontierten Pfeiler.

Vom Grat geht es am Berg entlang bis zur Wiener-Neustätter-Hütte. Nun sieht man auch die neuen Pfeiler der neuen Tiroler Zugspitzbahn. An der Wiener-Neustätter-Hütte angekommen kann ich bereits das nächste Etappenziel sehen, die alte Bergstation der Tiroler Zugspitzbahn. Doch dahin führt nun der Klettersteig. An der Hütte ist nicht viel los, obwohl das Wetter bereits wunderbar ist und die Sonne sich schon zeigt. Nur der Gipfel lag noch im Nebel. Nachdem ich das Steinfeld mit einer kleinen Schneedecke gequert habe, beginnt der Klettersteig. Nun kommt also meine Klettersteigausrüstung zum Einsatz. Der Klettersteig ist gut versichert und ich komme leicht voran ohne schwierige Kletterpartien absolvieren zu müssen. Besonders schwierig ist auch nur das erste Stück, danach geht es langwierig im Zickzack immer weiter den Berg hinauf. Hier benötigt man definitiv Kondition. Am Grat angekommen sehe ich erstmals das Zugspitzplatt, welches bereits von der Sonne bestrahlt wird. Die Sicht auf den Gipfel bleibt aber weiterhin durch den Nebel behindert. Vom Grat ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel und ich bin etwas überrascht als ich plötzlich vor einem, touristisch sehr erschlossenem, Gipfel ankomme. Der „echte“ Gipfel ist dann aber zum Glück noch in einem „rohen“ Zustand und über einen Klettersteig gut zu erreichen. Es ist 8:30 Uhr und ich komme am Gipfel der Zugspitze an und fühle mich wirklich sehr gut. Ein wirkliches großartiges Glücksgefühl. Die Zugspitze liegt noch etwas im Nebel aber es zieht langsam auf, zum Glück.

Alles ist noch komplett leer und keine Bahn-Touristen sind zu sehen. Das ist wirklich schön und ich bleibe bis nach 12 Uhr und erlebe damit auch, wie die Bahn-Touristen die Zugspitze bevölkern. Nach einem eher mittelmäßigen Apfelstrudel für 5€ im Münchner Haus geht es mit der Tiroler Zugspitzbahn für knapp 25€ wieder nach Ehrwald runter. Auf der Talfahrt kann ich noch mal meinen gelaufenen Weg nachvollziehen.

Ein wirklich gelungener Ausflug wie ich finde der mich etwas in die Bergwelt hat reinschnuppern lassen und mich für zukünftige Aktionen motiviert hat. Als Nächstes werde ich aber mal die sächsischen Klettersteige erkunden. Wer auch in den Bergen umherwandern möchte sollte sich dringend die „Zehn Tipps für sichere Bergwanderungen“ einmal genauer anschauen.

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2 Antworten

  1. 22/01/2014

    […] war klettern. Naja auf einem relativ einfachen Klettersteig aber immerhin auf die Zugspitze hoch. Von Ehrwald bin ich über den Klettersteig zur Zugspitze hoch. Das war mehr eine Spontan-Idee da ich ja durch die verfrühte Ankunft aus Schweden noch Zeit […]

  2. 12/09/2014

    […] Tipp von Felix von Nordtrekking […]

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