Ein Packsack und Rucksack im Test | Der Exped Cloudburst 15

Rollverschluss

Um ehrlich zu sein, man braucht für jede Gelegenheit den perfekten Rucksack. Doch sehr häufig ist auf Reisen meist das sehr umfangreiche Rucksacksortiment nicht dabei und man hat sich für ein Modell entschieden. Was ist aber, wenn man nur einen kleinen Tagesausflug vom Basislager aus unternehmen, mit dem Fahrrad schnell in den nächsten Ort radeln oder mit dem Paddelboot eine Tagestour starten möchte? Da kann es passieren, dass es anfängt zu regnen. Dann ärgert man sich, dass der wasserdichte Rucksack nicht dabei ist, sondern der zwar bequemere, aber viel größere Rucksack. Ich hatte Gelegenheit, einen Rucksack zu testen, der sowohl als Tagesrucksack, als wasserdichter Packsack und als leichter Allrounder in Ergänzung zum großen Rucksack geeignet ist. Der Exped Cloudburst 15, ein echter Hybrid wie ich finde. Cloudburst kann man dabei wörtlich nehmen, denn einen wirklichen „Wolkenbruch“ kann dem Rucksack nichts anhaben, wie ich erfahren habe.

Aussehen

Der Exped Cloudburst ist ein Packsack mit wasserdichtem Rollverschluss, bei dem Trageriemen angenäht sowie ein Gummizug befestigt wurden. Am Rücken eingenäht gibt es noch eine kleine Versteifung mittels EVA-Schaumstoff. Kurz gesagt. Also nicht viele Vorgaben, was den Einsatzbereich des Rucksacks/Packsacks sehr breit fächert. Der Einkammer-Packsach hat oben einen Rollverschluss mit UTX Duraflex Stealth Schnalle und D-Ringen für zusätzliche Befestigungsmöglichkeiten. Am Cloudburst außen ist eine Gummizughalterung befestigt. Darin lässt sich bei Sonnenschein die Regenjacke schnell unterbringen oder aber auch der Fahrradhelm oder der Kletterhelm. Eine Trageschlaufe unterstützt außerdem die einfache Handhabung des Rucksacks, er lässt sich damit auch schnell z.B. aus einem anderen Rucksack herausziehen. Wenn der Exped Cloudburst geöffnet wird, bietet die helle Innenseite eine leichte Orientierung und man findet an der Oberseite einen praktischen Schlüsselhalter, den ich aber bisher noch nicht benutzt habe. Ein TPU-Sichfenster am Rücken war bei meinem getesteten Rucksack nicht vorhanden. Das Exped-Logo blieb auf einem Extrastück (das den Gummizug zusammenhält) auch noch sichtbar, wenn eine Jacke oder der Fahrradhelm verstaut wurde.

Material und Verarbeitung

Genau wie bei anderen Packsäcken der Firma Exped kommt auch beim Cloudburst 15 Nylon zum Einsatz. Dies ist mit wasserdicht verschweißten Nähten kompromisslos zusammengenäht. Die Nähte sind von außen und innen sichtbar. Alle Nähte des Cloudburst 15 sind tadellos verarbeitet. An besonders beanspruchten Stellen, wie den Schulterträgern, wurde das Material mehrmals vernäht. Im Rückenbereich ist in U-Form EVA-Schaumstoff (sehr dünn) eingenäht, der sich nicht entfernen lässt. Das ist sicherlich die Verlängerung der Schulterträger und soll dem Rucksack bzw. Packsack mehr Halt und Stabilität verleihen. Wenn man ihn als Packsack für einen großen Rucksack einsetzen will, sollte man den Cloudburst richtig füllen, da er sich schlecht klein zusammenrollen lässt, weil dann die Rückeneinlage und die Träger beim verwendeten Rollverschluss stören. Das heißt also, viel reinpacken und Luft ausquetschen.

Tragekomfort

Der Cloudburst 15 ist nicht groß. So lässt er sich auch nicht unendlich vollstopfen, was das Tragen am Rücken unangenehm gestalten würde. Gut gepackt schmiegt er sich geradezu an den Rücken an. Das gelingt hauptsächlich durch das sehr flexible Nylon, woraus der gesamte Rucksack besteht. Im Rücken ist, wie schon erwähnt, zusätzlich etwas EVA-Schaumstoff eingenäht. Das unterstützt zwar den Tragekomfort und verleiht dem Rucksack auch eher den Charakter eines Rucksacks als den eines Packsackes, doch es kommt immer darauf an, was im Rucksack am Rücken anliegt. Zeitschriften, iPad und Klamotten haben sich bei mir als vorteilhaft erwiesen. Spitze Gegenstände, Flaschen usw. sind eher unpraktisch am Rücken und drücken nur unangenehm.

Die Schulterträger sind aus „hochwertigem 3D-Spacer Meshmaterial“ (so steht es auf der Homepage der Firma), sie liegen erstaunlich gut an der Schulter an. Sie schneiden nicht ein, drücken nicht ab, sind durch das verwendete Material sehr luftig und deswegen auch schnell trocknend. Auch sind sie ausreichend breit. Zusätzlich gibt es noch einen Brustgurt, der sich in Höhe und Länge verstellen lässt, und einen Hüftgurt, der sich im Gegensatz zum Brustgurt äußerst einfach abnehmen lässt. Es hat aber keine spezielle Polsterung.

Funktionen und Einsatz

Der Exped Cloudburst ist tatsächlich bei vielen Gelegenheiten brauchbar. Er ist wasserdicht, klein und leicht, was ihn zu einem perfekten Begleiter auf Bootstouren macht. Genauso kann er als Packsack auf einer Trekking-Tour dienen und wertvolle, trockene Kleidung auch wirklich trocken halten. Auf derselben Trekking-Tour kann der Cloudburst aber auch schnell umfunktioniert werden und als Tagesrucksack dienen. Diesen Vorteil werde ich auf meiner nächsten Trekkingreise in Lappland definitiv zu schätzen wissen. Auch beim Fahrradfahren macht er durch seine Leichtigkeit eine gute Figur am Rücken. Ich bin dabei auch ins Schwitzen geraten, da hat sich schnell die fehlende Belüftung am Rücken bemerkbar gemacht. Aber egal, es kann ja nichts vom Schweiß in den Rucksack eindringen. Beim Fahrradfahren macht sich vor allem der Hüftgurt brauchbar, da er den Rucksack zusätzlich sehr gut auf dem Rücken fixiert. Wenn es einmal hart auf hart kommt und man gerade im Amazonas unterwegs sei sollte, kann man den Cloudburst sicherlich auch als Schwimmhilfe bei plötzlich eintretenden Überschwemmungen oder kleinen Wasser-Hindernissen einsetzen. Robust scheint er jedenfalls zu sein. Gefehlt hat mir lediglich eine Art Netztasche außen am Rucksack, in die ich einen Riegel oder eine kleine Flasche Wasser verstauen kann. So muss immer der Rollverschluss geöffnet werden. Besonders praktisch ist die seitlich zu öffnende Gummizughalterung. Dadurch lässt sich der Fahrradhelm bequem von der Seite her befestigen.
Eins noch: Spät am Abend hat mich auf dem Weg nach Hause tatsächlich ein Wolkenbruch erwischt, glücklicherweise, denn so konnte der Cloudburst seinem Namen alle Ehre machen und mir beweisen, dass der Name absolut gerechtfertigt ist.

Vorteile

  • leicht (255 g gewogen, leer)
  • Universal einsetzbar als Packsack oder Rucksack
  • durchdachte Helmbefestigung außen
  • abnehmbarer Hüftgurt
  • wasserdicht

Fazit

Auf großer Trekkingtour wird der Cloudburst mich definitiv begleiten und als Packsack und Tagesrucksack zum Einsatz kommen. Durch seine Leichtigkeit, Schlichtheit und Wasserfestigkeit kann er in vielen Outdoorbereichen eingesetzt werden. Zu einem Preis von 39,95 € bei den Bergfreunden kann man eigentlich nichts falsch machen, man kauft ja nicht nur einen Rucksack, sondern auch einen Packsack 🙂 Den Cloudburst gibt es auch noch eine Nummer größer !!

Vielen Dank an das Bergfreunde Team, welche mit den Exped Cloudburst 15 für einen Test zur Verfügung gestellt haben.

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1 Antwort

  1. Frieda sagt:

    Deine ausführliche Beschreibung hat mich jetzt gerade dazu verleitet, diesen Trekkingrucksack zu erwerben. Danke dir für die kompetente Einschätzung der Eigenschaften des Rucksacks!

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