Hardshell Jacke | Wenn es regnet, hört es sich an wie in einem Zelt.

Man kann sagen, dass ich zwischen den beiden Modellen von Arc’teryx und Bergans lange geschwankt habe, hier kann man das nochmal nachlesen. Gedanklich jedoch hatte ich mich allerdings schon ein bisschen auf die Arc’teryx-Jacke eingeschossen. Sie sieht einfach gut aus, ist vor allem schlicht im Design und verliert trotzdem nicht ihre Funktionen. Durch einen glücklichen Zufall, in Form einer Preisreduktion, habe ich dann zugeschlagen und nun kann mich als Besitzer einer neuen Arc’teryx Theta AR bezeichnen.

Bei vielen stößt solch eine „teure“ Jacke natürlich auf Unverständnis. Solche Sprüche habe ich gehört: „500 € für eine Jacke, für den Preis kann ich mir doch 10 Stück holen“ oder „Wozu brauchst du so eine teure Jacke, das ist doch Geldverschwendung“. Natürlich ist es Geldverschwendung, wenn ich damit am Samstag morgen bei Sonnenschein 500 Meter zum Bäcker laufe und dort zwei Croissants hole. Aber ist es auch noch Geldverschwendung, wenn ich 30 Kilo auf dem Rücken habe, es so stark regnet, dass sich Bäche bilden, und ich mitten in Nordschweden bin und schon einige Kilometer vom nächsten Bäcker entfernt bin? Wohl kaum, wie ich finde. Denn nun kommen ihre Funktionen und das verarbeitete Material ins Spiel.

Material und Verarbeitung

Verwendet wird das im Outdoorberich bestens bekannte GORE-TEX Material. Bei der Arc’teryx Jacke ist es die PRO Ausführung. GORE-TEX hat kürzlich ihre Produkt-Kategorien auf 3 reduziert, wobei die PRO Ausführungen bestens für Kletterer, Bergsteiger und Trekker geeignet sind. Alle Nähte sind vollständig versiegelt, was garantiert, dass absolut kein Wasser hindurchdringen kann. Beim Kontrollieren aller Nähte habe ich keinerlei Fäden irgendwo raushängen sehen, alle Reißverschlüsse funktionierten tadellos. Die Reißverschlüsse sind laut Hersteller nicht wasserdicht, sondern lediglich „extrem stark wasserabweisend“. Es wird geraten, keine feuchtigkeitsempfindlichen Gegenstände während eines Regens dort „vermeintlich“ regensicher zu transportieren. Wie bei vielen Hardshell-Jacken üblich, ist das Material nicht weich, es ist aber auch nicht hart. Es ist eine Mischung aus einem weichen, starren Material, welches sehr flexibel ist und dazu noch extrem leicht, deshalb auch klein verpackbar ist. Vorraussetzungen, die bei Wanderern, Trekkern und Bergsteigern sehr gut ankommen. Schwitzen wird man in der Jacke auch, das ist keine Frage, doch die Jacke unterstützt einen auch dabei, den Schweiß schnell vom Körper zu tragen. Wie bei meinen GORE-TEX Trekkingschuhen denke ich auch bei der Hardshell-Jacke, dass ein Temperaturunterschied nötig ist, damit das Material richtig funktionieren kann. Ein erster Test auf auf dem Fahrrad erwies sich als positiv, der feuchte Schweiß wurde vom Körper über die Fleecejacke an die Hardshell Jacke weitergegeben.

Passform und Aussehen in Aktion

Die Arc’teryx Theta AR fällt groß aus und das ist auch gut so. Man kann darunter einen dicken Fleecepullover oder Fleecejacke genauso gut tragen wie eine Daunenjacke. Bis jetzt habe ich immer eine Fleecejacke darunter getragen und das war bisher immer ausreichend. Besonders beim Fahrradfahren war der verlängerte Saum hinten sehr praktisch, wie auch die Lüftungsschlitze unter den Armen. Als es auf dem Fahrrad sehr anstrengend wurde und ich ins Schwitzen geraten bin, habe ich die Lüftungsschlitze ganz einfach geöffnet. Das ist mit einer Hand nur möglich, wenn die beiden Reisverschluss-Schlitten am Arm sind, anders wird es schwieriger. Auch konnte ich meinen Helm bei leichtem Schneefall und Regen super unter der Kapuze tragen. Bei Regen und Schneefall ist die Hardshell Jacke eigentlich am besten. Besonders bei Regen hört es sich in der Jacke an, als wäre man in einem Zelt.
So richtig beweisen wird sich die Jacke dieses Jahr im Sommer, wenn es wieder nach Schweden geht. Bis dahin nutze ich sie zum Fahrradfahren, zum draußen sein oder halt um zum Bäcker zu gehen 😉

Einige nützliche Details, die mir wichtig sind.

Die Arc'teryx Theta AR

Die Arc’teryx Theta AR

Die Jacke besitzt einige raffinierte Details, die einem nicht immer gleich ins Auge fallen. Da gibt es z.B. die [highlight]versteckten Kordeln[/highlight] für die Taille. Diese findet man mit einem Griff in die beiden Seitentaschen, man kann sie problemlos einstellen. Das ist gut – da dort nichts hängen bleiben kann. Ein weiteres tolles Detail ist die [highlight]Kapuze, die sehr viel Platz bietet[/highlight] für einen Kletterhelm, Fahrradhelm oder auch eine Mütze. Mit insgesamt 4 Einstellmöglichkeiten lässt sich die Kapuze (auch ohne Kopfbedeckung) ideal an den Kopf oder eine andere aufgesetzte Form anpassen. Das Material der Kapuze ist natürlich das gleiche wie beim Rest der Hardshell-Jacke. Nur die Kapuze kann man nicht von der Jacke trennen, die ist also immer dabei. Ebenso praktisch sind die beiden [highlight]Lüftungsschlitze unter den Ärmeln,[/highlight] die sich mit einem Reißverschluss von beiden Seiten her einstellen lassen. Da ich die Jacke auch mit meinem schweren Rucksack benutzen will, sind die [highlight]Schulterpartien und Hüftpartien extra verstärkt[/highlight]. Die Jacke bietet natürlich noch viel mehr Details, die wunderbar auf der Hersteller-Seite aufgelistet sind.

Das Wichtigste im Überblick

  • Wasserdicht
  • Schneeabweisend
  • Winddicht
  • Atmungsaktiv
  • Leicht
  • Robust (schwerer Rucksack, verstärkte Partien)
  • Einhändig verstellbare Kordelzüge
  • guter Schnitt, langer Rückensaum, Kinnschutz
  • große Kapuze mit 3 Einstellmöglichkeiten (Helmtauglich!)

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4 Antworten

  1. Daniel sagt:

    Wow, coole Jacke hast du dir da gegönnt! Jemandem zu erklären warum man so viel Geld für eine „Regenjacke“ ausgiebt ist jedes Mal eine Herausforderung. Aber eine gute Hardshell ist nunmal ein Hightechprodukt, dem man es nicht gleich ansieht.
    Ich bin letztes Jahr sehr dankbar gewesen, dass ich meine Hardshelljacke hatte:
    Die hat sich echt bezahlt gemacht und ohne wäre ich echt aufgeschmissen gewesen. Und die ProShell ist wirklich gut und vorallem für und Trekker: sie ist rucksacktauglich!

    Viel Spaß mit deiner Jacke!

  2. Felix sagt:

    Schöner Artikel, man merkt, das du die sehr lange überlegt hast, welche Hardshell die Richtige für dich ist. Ich selbst habe sie seit einem Jahr auch und bin noch immer mehr als zufrieden. Eine Saison hat sie schon hinter sich, und ob Schnee, Regen oder Wind, nichts kam durch. LG, Felix

  1. 07/10/2013

    […] Nachtrag: Entscheidung ist gefallen, die Jacke habe ich hier beschrieben und getestet! […]

  2. 25/05/2015

    […] Arcteryx Theta AR als Regenjacke […]

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